Jugendmusikschule Ditzingen Jugendmusikschule Ditzingen e.V.

Baglama-Saz

Allgemeine Informationen: kurze Geschichte

Müsste man die Musik Anatoliens beschreiben, so käme man nicht drum herum die Geschichte des Bağlamas zu thematisieren, der an jedem Ort zu erreichen ist, der jeden Winkel und jede Nische und jede Region dieses quasi Subkontinentes Kleinasien zu seiner Heimstätte gemacht hat.

Eine Rückschau auf den historischen Werdegang dieses Instrumentes zeigt, dass er nach einigen Epochen der Wandlung seine heutige Form erhalten hat. Seiner ursprünglichsten Form begegnen wir in den uns fragmentarisch erhaltenen Sagensammlung Dede Korkuts. Als Kopuz, ein Instrument mit mehreren Saiten wurde er ca. 1000 Jahren vor unserer Zeitrechnung von den Völkern Zentralasiens benutzt. Seinen Weg nach Anatolien fand dieses Instrument durch wandernde Ozans (Eine Art wandernder Sophisten). In dieser Zeit hatte man den Kopuz als heilig erklärt, er diente als ein Identitätssymbol, so dass man sich von jenen abgegrenzt hat, welche dieses Instrument nicht beherrschten. Man glaubte sogar dass diejenigen, die den Kopuz um die Schulter gebunden haben in Kriegen von Feinden verschont bleiben würden.

Die zeitgenössische Bağlama, die auf Ihrem Griff mehrere Bünde hat, wird von Turkmenen mit ähnlicher Fürsorge behandelt, vor jedem Spielen, vor jeder Improvisation wird die Bağlama mit einem kurzen Ritual dem Musiker übergeben, der wiederum mit einem ritualhaftem Küssen des Instrumentes beginnt zu spielen. Bei den Bektaschis der Aleviten begegnen wir dem Cura. Bektaschis, wandernde Poeten bevorzugten den Cura, der wesentlich kleiner war als die heutige Bağlama und bereits zwei oder drei parallele Saiten je nach Region besaß. Selbst in der Öffentlichkeit war das Instrument so weit verbreitet, dass es Berichte darüber gibt, denen nach an verschiedenen Stellen des öffentlichen Lebens mit diesem Instrument improvisiert wurde.

Einer der heutigen in der Türkei benutzten Bağlama ist der ‘‘Divan‘‘, er ist von der Länge des Griffes und der Größe des ovalen Resonanzkörpers (Korpus) her der Größte in seiner Gattung. Er besitzt insgesamt 7 Saiten, die in drei Parallelen geteilt sind, wobei jede Parallele gleich gestimmt wird. Eine weitere Gattung dieser Familie stellt der Tambura dar, das ursprünglich mit zwei Saiten konstruierte Instrument stammt aus dem Kasachstan und Kirgisien. Heute ist er auch mit 7 Saiten und drei Parallelen versehen.

Die Bağlama, die stellvertretend als Oberbegriff für eine Reihe dieser Saiteninstrumente dient, bezeichnet aber in engerem Sinne jene Gattung (eine Zwischengröße zwischen ‘‘Divan‘‘ und ‘‘Cura‘‘) die aus zwei Instrumenten besteht, die beiden ‚Çöğür‘ und ‚Uzun Sap‘ (Bozuk) in ihrer Konstruktion bis auf die Länge des Griffes und die Anzahl der Bünde völlig übereinstimmen. Bei der kleineren Konstruktion handelt es sich um ‚Çöğür‘.

In welchem Alter ist ein Beginn sinnvoll?

ab der 2. Klasse

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?

Motivation und Zeit zum täglichen Üben

Wie hoch sollte der Übeaufwand sein?

Mind. 20 Minuten am Tag

Kosten für ein Instrument? Wo bekommt man es? Was ist beim Kauf wichtig?

Ein neues Instrument kostet mindestens 300-400 €. Sehr gut für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Baglama können aber auch über die Musikschule ausgeliehen werden.

Welche Lehrer unterrichten das Instrument?

Emre Erdogan

Unterrichtsinhalte/-ziele?

Notenlehre, Finger- und Motorikübungen, Beherrschung verschiedener Spieltechniken 

Hörbeispiel/ Videobeispiel